W.a. Mozart - Piccolominimesse KV 258
Zur Unterscheidung der Messen gleicher Tonart haben zum Teil schon die Mitglieder der Mozartfamilie Namen eingeführt, die sich meist auf Anlass oder Ort der Entstehung bezogen. Durch die Drucklegung zahlreicher Messen bestand auch im 19. Jahrhundert bis zur Einführung des Köchel-Verzeichnisses im Jahr 1862 die Notwendigkeit zusätzlicher Attribute; diese bezogen sich dann meist auf äußere Kennzeichen der Kompositionen. Doch ist nicht für alle Werke die Herkunft der Namen bekannt. Nur die Messen, die erstmals durch die sogenannte Alte Gesamtausgabe ab 1877 bekannt geworden sind, blieben meist ohne Bezeichnung. Missa in C, KV 258, „Spaur-Messe“ oder „Piccolomini-Messe “ Die Herkunft des Namens „Piccolomini-Messe“ ist ungeklärt und scheint eher auf eine scherzhafte Verballhornung der Kürze des Werkes als auf das gleichnamige Geschlecht in Siena zurückzugehen. Die Bezeichnung „Spaur-Messe“ bezieht sich auf die Ordination (Priesterweihe) des Grafen Joseph von Spaur am 17. November 1776, doch liegt möglicherweise eine Verwechslung mit KV 262 vor.
Die Messe wurde für eines der Hochämter zum Weihnachtsfest des Jahres 1775 komponiert, auch wenn das besonders knappe, nur viertaktige „Et incarnatus“ dies gar nicht zu bestätigen scheint. Aus der Art, wie das mächtige Unisono des „Descendit de coelis“ und des „Et resurrexit“ das Adagio des „Et incarnatus“ flankiert, spricht eine besondere musikalische Deutung der Menschwerdung Gottes. Auch aus dem Benedictus kann man eine besondere Interpretation des biblischen Weihnachtsberichtes heraushören. Mozart schrieb in dieser Messe abseits aller Konventionen ein jubelndes Benedictus. Wohl keine andere Messe läßt so viel über Mozarts religiöse und theologische Überlegungen bei der Komposition des Messtextes spekulieren wie diese – allerdings erst, seit wir wissen, dass sie 1775 im Hinblick auf das Weihnachtsfest komponiert wurde.
Die Chorvereinigung
St. Augustin" in der Jesuitenkirche (Universitätskirche) ist kein Konzertchor, sondern
ein Kirchenchor, bestehend aus etwa 70 ehrenamtlich wirkenden
Damen und Herren.
nimmt in der Kirchenmusikszene insofern
einen besonderen Platz ein, als sie nicht nur wie andere
Chöre bei
besonderen Gelegenheiten, sondern - mit Ausnahme der
Ferienmonate im Sommer – an nahezu jedem Sonn-
und Feiertag eine der Chor- und Orchestermessen aus ihrem
breiten Repertoire in die liturgische Gestaltung der
Gottesdienste einbringt. Dabei stehen auch aufwendige
und künstlerisch schwierige Werke auf dem Programm.
Dies wäre ohne das besondere Engagement der Sänger
und Sängerinnen, ohne professionelle Musiker – rekrutiert
aus Berufsmusikern der großen Wiener Orchester,
die den Chor zu einem großen Teil schon viele Jahre
begleiten – und ohne erstklassige Solisten nicht
realisierbar.
So wird der Bestand des kirchenmusikalischen „Unternehmens“ in
der gewohnt hohen Qualität einerseits durch den
ehrenamtlichen Einsatz der vielen Chormitglieder, andererseits
durch die begeisterte Mitwirkung der Berufsmusiker ermöglicht.

Die
wahre Dimension dieser großartigen Kirchenmusikwerke
eröffnet sich jedenfalls der feiernden Gottesdienstgemeinde
im dafür perfekt geeigneten Raum: der prachtvollen
barocken Jesuitenkirche. Ermöglicht wird dieses
Unterfangen durch die finanzielle Unterstützung
vieler großzügiger Förderer und Spender
und durch die vielen Freunde der Gottesdienstbesucher,
die in die Jesuitenkirche kommen.
Durch die CD-Einspielungen, Rundfunk- und Fernsehübertragungen
ist der Chor über
die Grenzen Österreichs hinaus bekannt und hat internationale
Anerkennung gefunden.
Der musikalische Leiter der Chorvereinigung St. Augustin
ist Herr Prof. MMag. Andreas Pixner. Sein zentrales
Anliegen ist die Interpretation und Pflege der Meisterwerke
der
Kirchenmusik auf hohem künstlerischen Niveau.
Prof. Pixner ist 1969 in Ried im Innkreis geboren. Sein
Fachstudium für Katholische Kirchenmusik (Schwerpunkte:
Gesang, Orgel und Chorleitung) an
der Universität
Wien hat er mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen
und dafür einen Sonderpreis des Wissenschaftsministeriums
erhalten.
Andreas Pixner war unter anderem neun Jahre lang
künstlerischer
Leiter von Chor und Orchester
der Schlosskapelle
Schönbrunn
und Musikprofessor an verschiedenen Gymnasien, so auch
bei
den Wiener Sängerknaben.
Beim Bundesjugendsingen
2001 erreichte er als einziger Jugendchorleiter österreichweit
2 Auszeichnungen. Mit
dem Kammerchor "La Vocaletto" erzielte er
2002 beim renommierten internationalen Franz Schubert
Chorwettbewerb
den 1.
Preis und einen Sonderpreis für die beste Interpretation
eines Schubertwerkes, der nur sehr selten vergeben wird.
Derzeit
unterrichtet er am Wiener Musikgymnasium.
In letzter Zeit ist er auch vermehrt als Orchesterdirigent
(Konzerthaus, Musikverein) tätig.
Einige Höhepunkte aus dem Chorgeschehen
- Live-Eurovisionsübertragung der Messe aus Anlass
des 250. Geburtstages von W.A. Mozart am 29.1.2006
aus
der Jesuitenkirche. (W.A. Mozart - Missa Solemnis
KV 337; diese Messe ist auf DVD erhältlich)
- Neueinstudierung und Aufführung
der Messe in c-Moll von Robert
Schumann (7. Oktober 2007).
Dieses Werk ist sehr selten zu hören. Bei uns
stand es zuletzt vor acht
Jahren auf dem Programm.
- Live-Übertragung der Gedenkmesse zu Joseph Haydns
200. Todestag am 31. Mai 2009 in der Bergkirche Eisenstadt.
(Joseph Haydn - Schöpfungsmesse.
Dieses Werk ist auf CD und
DVD-Video erhältlich)
Der Chor in Bild und Ton
Festmesse
zu Mozarts 250. Geburtstag in der Jesuitenkirche
(W.A. Mozart - Missa Solemnis
in C-Dur KV337,
29.
Jänner 2006, Eurovionsübertragung live)
Dvorak-Messe
im Mai 2006
Settimana
Mozartiana in Chieti, 14. - 17. Juli 2006
Bericht
über die Aufführung der Messe in e-Moll von Anton
Bruckner
(16. November 2008, englisch)
Die Chorvereinigung St. Augustin
auf YOUTUBE
Hörbeispiel
der Missa
Solemnis in C-Dur KV337 vom 29.
Jänner 2006 Festliche
Gedenkmesse zu Joseph Haydns 200. Todestag in der
Bergkirche
in Eisenstadt.
(Joseph Haydn - Schöpfungsmesse,
31. Mai 2009, Live-Übertragung von ORF und ZDF)
Georg
Friedrich Händel - Messiah.
Konzert in der Jesuitenkirche Wien am 4. Mai 2010
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